Bach am Balkan...

... war das bisher größte Projekt unseres Chors. Im Herbst 2014 haben wir eine  Konzertreise nach Albanien   unternommen. 

In der Haupstadt Tirana und fünf weiteren Städten haben wir Konzerte gegeben und Gottesdienste musikalisch gestaltet. Es ging darum, den albanischen Zuhörern Tra-ditionen der Kirchenmusik in Deutschland vorzustellen. So fanden einige Konzerte auch im Rahmen eines deutschen Kulturfestivals statt, das jedes Jahr in Albanien veranstaltet wird.

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ALBANIEN

Für die meisten Mitglieder des Ökumenischen Chors ist Albanien ein neues unbekanntes Land. Nur wenige Sängerinnen und Sänger hatten bisher Gelegenheit den kleinen Balkanstaat und unsere Partnergemeinde St. Marien in Delvina zu besuchen.

Deshalb veröffentlichen wir an dieser Stelle Beiträge über das Land und die Leute, die Religionen und die Kultur. Wenn ihr besondere Fragen habt, schickt uns eine Nachricht! Wir wollen versuchen, sie alle zu beantworten. Manchmal wird das ein bisschen dauern, schaut halt immer mal wieder auf dieser Seite vorbei!  

Religion und Kirche

Albanien hat nach 1945 unter einer schlimmen kommunistischen Diktatur gelitten, so schlimm wie in kaum einem anderen europäischen Land. Nicht nur, dass das diktatorische System die wirtschaftliche Entwicklung behinderte, dass Meinungs- und Reisefreiheit Fremdworte waren, auch jegliche Religionsausübung war verboten, Priester, Ordensfrauen und muslimische Imame saßen im Gefängnis oder wurden ermordet, auf Taufe stand die Todesstrafe. 

Mit den Folgen der kommunistischen Herrschaft hat Albanien und haben seine Kirchen bis heute zu kämpfen. Obwohl sich seit 1990 vieles zum Besseren geändert hat, herrscht noch immer große Armut und eine hohe Arbeitslosigkeit im Land. Ein Teil der politischen Klasse ist korrupt und interessiert sich wenig für die Nöte des Volkes. In dieser schwierigen Situation sind die Religionsgemeinschaften Zeichen der Hoffnung, Faktoren der Stabilität, des Friedens und des sozialen Ausgleichs. Im Hinblick auf die Religionen ist Albanien sogar die positive Ausnahme in der Weltgemeinschaft. Es ist eines der wenigen mehrheitlich muslimischen Länder, in dem die Christen völlig gleichberechtigt sind. Ohne Einschränkung können die katholische und die orthodoxe Kirche ihre seelsorglichen und sozialen Aufgaben wahrnehmen, überall können Kirchen gebaut werden und problemlos wird über religiöse und konfessionelle Grenzen hinweg geheiratet. Dieser Frieden zwischen den Religionen ist die Mitgift Albaniens, wenn das Land einst in die Europäische Union aufgenommen werden sollte. 

Unter diesem Aspekt soll die Chorreise nicht nur dem kulturellen Austausch dienen. Vielmehr wollen wir mit den albanischen Gastgebern auch über den Stand und Perspektiven der ökumenischen Zusammenarbeit in unseren beiden Ländern ins Gespräch kommen.

Aktuelle Politik

Im Juli 2013 haben die Albaner ein neues Parlament gewählt. Die Sozialisten lösten die Demokratische Partei in der Regierung ab. Zum ersten Mal im postkommunistischen Albanien lief der Machtwechsel absolut friedlich und geordnet ab. Edi Rama - vorher Bürgermeister von Tirana - wurde neuer Ministerpräsident. Mit ihm zog ein neuer Stil ins Amt ein. Die Wochenzeitung Le Monde Diplomatique berichtete im April 2014 ausführlich über Albanien unter der Regierung Rama.

Geschichte Albaniens

Der Historiker Michael Schmidt-Neke beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte Albaniens und ist ein ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet. In seinem Beitrag für die von Renovabis herausgegebene Zeitschrift "Ost-West. Europäische Perspektiven" erörtert die wichtigsten Probleme der albanischen Historiographie anhand acht zentraler Fragen.

1990

Im Chor wurde und wird vor allem über die Ereignisse der jüngeren albanischen Geschichte diskutiert. Ein epochales Ereignis war zweifellos der Sturz des kommunistischen Regimes 1990. Eine wichtige Rolle spielten dabei genau wie bei der DDR die Flüchtlinge und die Botschaftsbesetzungen. So wie viele Ostdeutsche 1989 in Prag, Budapest und Warschau die bundesdeutschen Botschaften stürmten, so machten es die Albaner ein Jahr später in Tirana. Auf den Webseiten der Botschaft könnt ihr Bilder aus dieser Zeit anschauen. .

 

In dieser Playlist auf Youtube findet ihr weitere Albanien-Videos.